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Bundespolitik
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Montag, 10. Januar 2011 |
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Internationale Vergleichsstudie der Bertelsmann-Stiftung
- Das skandinavische Modell liegt vorn -
Als vor nun mehr zwei Jahrzehnten die deutsche Einigung in großer Eile auf uns zukam, habe ich damit kokettiert, dass ich mich lieber mit Schweden vereinigen möchte als mit Westdeutschland… Hintergrund war unser Fragen und Bemühen in den oppositionellen Nischen der DDR, was denn „demokratischer Sozialismus“ sein könnte. Welches gelebte Gesellschaftsmodell dem am nächsten käme. Das „skandinavische Modell“, so schien es uns damals, sei dem „demokratischen Sozialismus“ näher als das westdeutsche. Aus unseren Nischen heraus wollten wir versuchen, die DDR in diese Richtung zu verändern.
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weiter …
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Landespolitik
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Samstag, 23. Oktober 2010 |
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Migrantenkinder brauchen eine faire Chance
- Die Eltern sind gefragt * Aber auch die Politik ist in der Verantwortung -
Am 4.10. war Andreas Kuhnert zu Gast bei der Jens-Nydahl-Schule am Kottbusser Tor. Er war eingeladen worden, weil er sich der Problematik der Schulen mit Migrantenkindern in Kreuzberg stellen, nicht nur drüber reden wollte.
Wunschthema war, wo kommen unsere Fußbälle her?
Denn Jungen wie Mädchen (!), meist aus dem islamischen Kulturkreis stammend, sind begeisterte Fußballer/innen. (Foto unten: 2. Platz der Mädchenmannschaft beim Kreuzbertourmier!)
"Kannst du mir ein Autogramm von Mesut Özil besorgen", war eine der ersten Fragen, mit denen Kuhnert bestürmt wurde... "Ich liebe Mesut Özil" schwärmte ein türkisch-stämmiges elfjähriges Mädchen...
Es waren für Kuhnert, wie für die Kinder zwei spannende Stunden. Der Unterschied zu 5.Klassen in seinem Wahlkreis sei nicht besonders groß gewesen. Aufgeschlossene, blitzgescheite Kinder. Und natürlich auch solche, die sich eher zurückhalten... Anders als in Potsdam-Mittelmark hier aber leider durch mangelnde Deutschkenntnisse mit verursacht...
Natürlich, keine Frage, hier steht man, wenn man nicht grad mal als Gast vorbeischaut, vor ganz anderen Herausvorderungen! Deshalb wertete Kuhnert seine Besuch aus (s. unten) und will den Kontakt zur Schule weiter halten!
30 Autogrammkarten von Mesut Özil sind beim DFB bestellt...
Andreas Kuhnert
04.10.2010 Zwei 5.Klassen, 95% Migranten
Thema „Woher kommen unsere Fußbälle?“
Gedanken nach dem Unterricht
1. Grundschule. Es sind vorwiegend weibliche Lehrer (45:7). Für Schüler, in deren Kulturkreis eher der Vater das Sagen hat, könnte als Gegenüber ein möglichst auch Türkisch sprechender Mann hilfreich sein. (Die Kinder waren übrigens genauso aufgeregt, wissensdurstig und intensiv, wie wo anders auch, wo ich hinkomme. Und natürlich gibt’s immer eine Handvoll, die besonders bei der Sache sind. Wie hier auch… Nur eben, nicht alle sprechen gut Deutsch. Und etwas „südländischer“ ging’s schon zu…)
2. Die Lehrer/innen leben eher nicht im Kiez.
3. Nur zwei Lehrer/innen sprechen Deutsch und Türkisch, und eine Erzieherin. Warum ist es in 40 Jahren nicht gelungen, da mehr Lehrer heranzubilden?!
4. Es sind Zuwanderer mit Bleiberecht und Asylbewerber mit Duldung gemischt. Das hat folgenden Nachteil. Auch die Kinder mit festem Bleibestatus haben zum Teil nicht das ideale Elternhaus und auch nicht die notwendigen Deutschkenntnisse. Wenn jetzt noch Asylbewerber mit bloßer Duldung dazukommen, die ja eh nicht integriert, sondern zu 90 -95% wieder abgeschoben werden sollen, zieht das den Durchschnitt der Klasse weiter nach unten und macht das Unterrichten noch schwieriger.
5. Es könnte auch überlegt werden, ob man im Einzelfall Jungen und Mädchen getrennt unterrichtet.
6. Bei Freizeitangeboten (Ganztagsschule) sind in der Tat Türken und andere Zuwanderer aktiv. 7. Laut Homepage (s. o.) hat die Nydahl-Schule beste Voraussetzungen. Natürlich klafft auch bei dieser Schule zwischen Außendarstellung und Werbung einerseits und dem Schulalltag andererseits eine nicht zu unterschätzende Lücke.
http://www.jng.cidsnet.de/unsere-schule/htm/auszeichnungen.html
7. Auskünfte aus der Schule
…die Arbeitsbedingungen seien schon besondere. Auf der einen Seite habe man gute Bedingungen, viel kreativen Freiraum, auf der anderen Seite scheitere die Umsetzung so mancher Idee an den Umständen! Und oft habe man das Gefühl, man erreiche die Kinder nicht, weil es an den elementaren Dingen wie Füller, Bleistift, ..., Frühstück, Ausschlafen, zu Hause lernen..., Interesse für das Lernen… fehle. Dann müsse man die Messlatte wieder anpassen und tiefer legen. Aber man freue sich auch über kleine Fortschritte...
AK.
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Landespolitik
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Samstag, 23. Oktober 2010 |
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Aufklärung satt Ausgrenzung
Die Mär von der "jüdisch-chrsitlichen Tradition"
Dieser Tage berufen sich Politiker in Abwehr der Wulffschen Thesen zum Islam in Deutschland auf die „jüdisch-christliche Tradition“, die unsere Werteordnung geprägt habe, und die mit dem Islam unvereinbar sei. Jüdische Feuilletonisten wie Henrik M. Broder haben das mit Recht eine Tatsachenverdrehung genannt! Die jüdisch-christliche Tradition sei eine Erfindung, so Broder!* Seit das Christentum unter Kaiser Konstantin im 4. Jahrhundert zur Staatsreligion im Römischen Reich wurde, hat es die Juden und das Judentum ausgegrenzt. Juden durften nicht mehr im Staatsdienst tätig sein. „Mischehen“ zwischen Juden und Christen wurden verboten. Synagogen durften nicht neu gebaut, vorhandene nicht erweitert werden. 1215 beschloss das 4.Laterankonzil, dass die Juden an ihrer Kleidung einen gelben Fleck zu tragen hätten… Dem Judentum hat der christliche Kulturkreis eine vernichtende Abfuhr erteilt! Bis zum schrecklichen Tiefpunkt im 20. Jahrhundert!
Die Grundlage unserer Werteordnung ist das Zeitalter der Aufklärung
Wenn wir Toleranz und Menschenwürde als Grundpfeiler unserer Gesellschaft definieren, dann verdanken wir das Aufklärern wie Lessing oder Friedrich dem Großen! Friedrich hat am dritten Tage seiner Regentschaft (3.6.1740) die Folter abgeschafft! Und den Kirchenpranger! Jeder durfte ab jetzt „nach seiner Facon selig werden“! Er hat damit die Grundlagen gelegt, auf der die Erklärung der Menschenrechte oder die Festschreibung der Unantastbarkeit der Menschenwürde in Artikel 1 des Grundgesetzes überhaupt erst möglich wurden! Gegen die Kirchen! Es geht also nicht um Christentum oder Islam. Es geht um ein vor- oder nachaufgeklärtes Zeitalter! Ein Teil des Islam, der Teil, der am öffentlichsten ist, begegnet uns heute als fundamentalistisch, als voraufgeklärt. Fundamentalistische Strömungen, in denen beispielsweise die Lehre Darwins abgelehnt oder die Erde für reichlich 6000 Jahre alt erklärt wird, gibt es auch im Christentum. Sie spielen in Europa, anders als in den USA, aber kaum eine Rolle.
Aufgeklärter Islam
Einen aufgeklärten Islam hat es hingegen bereits im Mittelalter in Andalusien gegeben. Ihm verdanken wir die Überlieferung der antiken Schriften, die im Zeitalter der Renaissance eine erste „Aufklärung“ in Europa überhaupt erst ermöglicht haben. Seit Khomeinis „Islamischer Revolution“ im Iran dominiert ein fundamentalistischer Islam das öffentliche Bild. Mit dem Fundamentalismus müssen wir uns auseinandersetzen. Und dabei wird es um Aufklärung gehen müssen! Nicht um Ausgrenzung! Da allerdings sind die geistigen und geistlichen Führer des islamischen Kulturkreises gefordert! Und dieses Ankommen in der Jetzt-Zeit dürfen wir auch von ihnen fordern und erwarten! Zumal, wenn sie in Europa leben!
Artikel des Grundgesetzes
am Jakob-Kaiser-Haus
Andreas Kuhnert
*“Die jüdisch-christliche Tradition ist eine Erfindung“ Tagesspiegel 12.10.10
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Landespolitik
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Samstag, 23. Oktober 2010 |
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"1968" und "Kirche als Opposition in der DDR"
- Zu Gast im Gymnasium Bernau -
Zweimal war Andreas Kuhnert als Zeitzeuge zur DDR-Geschichte ins Barnim-Gymnasium Bernau eingeladen. In Zusammenarbeit mit ihre slowakischen Partnerschule gestalten und forschen die Schülerinnen und Schüler jeweils historische Themen aus der Zeit, da beide Länder - unfreiwillig - zum "Ostblock" gehörten.
Diktatur live, könnte man sagen. Kuhnert berichtetet am 14.4.über das "Schicksalsjahr" 1968. Weltweit war da immens viel in Bewegung. Nicht nur zum Guten. Zetrum des Interesses der Schüler war der "Prager Frühling", damals vom Slowaken Dubcek repräsentiert. Und wie das ein Abiturient in der DDR erlebt hat.
Folge für Kuhnert, obwohl damals bester Mathematiker in der Betriebsberufsschule des VEB Carl Zeiss Jena. Nichtzulassung zum Mathematikstudium an der TU Dresden "wegen gesellschaftspolitischer Unreife". Ein Standardfomulierung, mit der damals zahlreiche oppositionelle Jugendliche, oder einfach nur solche, die es wagten, ein eigene, von der der SED-Führung abweichende Meinung zu vertreten, nicht zum Studium zugelassen worden sind.
Ein Grund bei Kuhnert, er weigerte sich eine Resolution zu unterschreiben, in der der Einmarsch der Warschauer Pakt Staaten in Prag "begrüßt" wurde!
Am 4.10. berichtet Kuhnert über die Opposition unter dem Dach der ev. Kirche. Von Gründung der DDR an wurden Christen ausgegrenzt, sollter der Kirche und dem Glauben mit einer "Atheistischen Kampgane" der baldige Garaus bereitet werde. Bekennende junge Christen wurden der Oberschule verwiesen, durften nicht studieren oder erst gar nicht Abitur machen!
Viele flohen bis 1961 nach Westdeutschland. Danach blieb den meisten nur der Unterschlupf in Ausbildungsstätten der ev. Kirche. Nach dem Mauerbau durften nur 19% der Pfarerrstöchter Abitur machen. Zweidrittel etwa ließen sich in kirchlichen Einrichtungen wie Lehnin zu Krankenschwestern oder in anderen sozialen Berufen ausbilden. Pfarrerssöhne, denen Abitur oder Studium verweigert wurde, fanden "Unterschlupf" an kirchlichen Hochschulen und studierten Theologie.
Ab 1990 legten 95% aller Pfarrerstöchter Abitur ab. Keine von ihnen wurde Krankenschwester...
Ein Beleg für die Diskriminierung Andersdenkender in der DDR.
Am Beispiel der Bewegung "Schwerter zu Pflugscharen" illustrierte Kuhnert den Versuch der Opposition unter dem Dach der Kirche, immer wieder Lücken zu finden, um dem Kontroll- und Bevormundungssystem der DDR zu entgehen, und eigenständige politische Arbeit zu leisten.
Nicht wenige der Jugendlichen von damals, so Kuhnert, seien heute noch dankbar für den Freiraum, den einige ev. Pfarrer ihnen gegeben hätten. Und nicht wenige sagen, dass sie noch heute davon profitierten, damals in der "Nische Kirche" so etwas wie "aufrechten Gang" haben üben können...
Andreas Kuhnert
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Landespolitik
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Freitag, 22. Oktober 2010 |
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20 Jahre sozialdemokratisches Brandenburg
"Wie macht man eine Revolution"
- Kuhnert moderiert und gestalte die Feier am 23.9. -
Fünf leer Stühle auf der Bühne des Hans-Otto-Theaters Potsdam begrüßen die Gäste. Fünf Symbole, auf jedem Stuhl eines, symbolisieren eine Person und den historischen Zeitabschnitt, für den sie steht.
Ein weinrotes Jackett für Steffen Reiche (Foto 1990), Mitbegründer der SDP und erster Landesvorsitzender Brandenburgs. Am 18.101989 überraschend Gesprächspartner im ARD Brennpunkt "Honeckers Strurz". Da noch in Flickenlederjacke! Zwischen lauter Schlipsträgern.
"Egon Krenz ist ein Mann des Übergangs. Entweder er wird den Übergang zur Demokratie gestlaten. Oder die Geschichte wird über ihn hinweggehen." waren die legendären Worte Reiches im ARD-Brennpunkt.
Ein Stapel Aktenordner mit DDR-Bezirks-Siegel drauf gestoppt von einem roten Ampelfrauchen., das Symbol für Britta Stark (Foto 1990). 27-jährig damals wagte sie sich in die "Höhle des Löwen" und strukturierte die Bezirksverwaltungsbehörde Frankfurt/Oder (ehem. Rat des Bezirkes) demokratisch um, und bereitete sie für die Aufgaben einer Landesverwaltung vor.
Ein Aktenkoffer mit der Aufschrift "Diplomat" und einer Krone drauf symbolisierte den "geboreenen Diplomaten" und Politiker Manfred Stolpe. In der Umbruchszeit von westlichen Diplomaten um Rat und Meing gefragt, von den politischen Parteien und Gruppen umworben, entschied er sich für die SPD. Und legte damit den Grundstein für das "Wunder von Brandenburg". Das einzige neue Bundesland, wo 1990 die SPD klarer Wahlsieger wurde. Und seither geblieben ist...
Buddhastatue und Trillerpfeife für den "ruhenden Pol" in der umtriebigen Anfangszeit, den ersten Fraktionsvorsitzenden Wolfgang Birthler, und den Mann mit dem Job als "Wadenbeißer", den langjährigen Parlamentarischen Geschäftsfüher, Wolfgang Klein.
In den über tausend Jahren deutscher Geschichte seit Heinrich I. habe es, so Kuhnert, nichts Vergleichbares gegeben. Und die meisten Anwesenden seien nicht nur Zeitzeugen, sondern auch Mitgestalter in den bewegten zeiten damals gewesen.
Auf die Plaßbergsche Schlussfrage an alle Gesprächteilnehmer, was sie denn dem Times-Korrespondenten engegenhalten würden, der sagt, Brandenburg habe den Charme eines toten Schafs, antwortete Steffen reiche spontan, eines toten Schafs - nach der Auferstehung!
Irgendwie war das, was wir damals erlebten, soetwas wie "Auferstehung"... Ein ganz neues Leben, ein ganz neues, befreites Lebensgefühl!
Andreas Kuhnert
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