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Landespolitik
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Montag, 30. August 2010 |
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DDR im Geschichtsunterricht
In der diskutierten, vom Bildungsministerium zur Verfügung gestellten Mappe für den Geschichtsunterricht zum Thema DDR wird unter „6 M“ als erster methodischer Baustein eine Zeitzeugenbefragung empfohlen. Da heißt es: „Wer ist ein Zeitzeuge? Ein Zeitzeuge ist eine Person, die ein Ereignis, einen Vorgang oder eine Entwicklung in der Vergangenheit selbst bewusst erlebt hat. Zeitzeugen können von einer Entwicklung Betroffene sein (z. B. Verfolgte des SED-Regimes) oder auch aktiv Beteiligte (z.B. Menschen, die sich in der DDR oppositionell betätigt haben, Mitglieder der FDJ, Mitarbeiter/innen des MfS). Zeitzeugen müssen in der Zeit, über die sie berichten, keine besondere Stellung innegehabt haben.“
Zeitzeugen gefragt, nicht nur Oppositionelle!
Wie man schon aus diese Anleitung erkennen kann, sollen keineswegs nur Regimekritiker und Oppositionelle zu Wort kommen, sondern auch aktive Unterstützer der DDR oder einfache Mitläufer. Ich bin fast wöchentlich mit dem Thema in Schulen unterwegs. Es ist jeweils spannend, mit Lehrern und Schülern über die DDR-Geschichte zu sprechen. Und alle Beteiligten würden sich riesig freuen, wenn Verantwortliche von damals oder Mitläufer gleichfalls am Unterricht teilnehmen und ihre Sicht und Erfahrung einbringen würden. Und genau darin liegt die Zwiespältigkeit. In der Presse ist der eine oder andere bereit, im Monolog seine Meinung darzulegen. Den offenen Dialog aber scheuen die meisten…
Diktatur bleibt Diktatur!
Ich unterrichte bei meinen Schulbesuchen Fakten zur DDR-Geschichte und trete gleichzeitig als Zeitzeuge auf. Dass 3 Mio. Menschen die DDR verlassen haben und deshalb die Mauer gebaut werden musste, an der mindestens 128 Flüchtlinge zu Tode kamen, zwei Drittel davon Jugendliche, ist aktenkundig. Genauso, dass die DDR-Justiz rund 250.000 Jahre politische Haft verhängt hat. Dass Kinder von Oppositionellen, wie etwa von evangelischen Pfarrern, weitgehend vom höheren Bildungsweg ausgeschlossen wurden, kann ich persönlich bezeugen. Und dass die DDR eine Diktatur war, ohne Meinungs-, Presse-, Versammlungs- Reisefreiheit, ohne freie Gerichtsbarkeit und ohne freie Wahlen, wird niemand bestreiten wollen. Eine Diktatur aber ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit allein schon deshalb, weil sie Diktatur ist. Da braucht es noch nicht mal der genannten Fakten.
Gründe für Anpassung oder Mitmachen diskutieren
Dass man sich in einer Diktatur trotzdem in verschiedener Weise verhalten kann und dass das auch erklärt und begründet und zur Diskussion gestellt werden sollte, halte ich allerdings für richtig. In meinen jetzigen Unterrichtsstunden muss ich oftmals eine Doppelrolle spielen. Natürlich kommen wir auch auf die Frage, warum so viele sich damals weggeduckt und sich angepasst haben. Dann versuche ich zusammen mit den Schülern Gründe dafür zu finden, die durchaus nachvollziehbar sind. Hilfreicher allerdings wäre es, liebe Kritiker, wenn Sie sich selber als Gesprächspartner zur Verfügung stellen würden!
Ich lade Sie dazu herzlich ein!
Andreas Kuhnert
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Bundespolitik
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Montag, 30. August 2010 |
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Biedermann oder Brandstifter?
Cem Özdemir erklärt uns die Grüne Politik. Kaya Yanar trainiert unsere Lachmuskeln. Nazan Eckes (geb. Üngör) führt uns durch den Boulevard. Mesut Özil stürmt für die deutsche Fußballnationalmannschaft. Und Thilo Sarrazin erklärt uns ein ums andere Mal die Welt… Von einem, der protestierende Studenten als „Arschlöcher“ bezeichnet (28. November 2003), wird man auch schwerlich Gescheiteres erwarten können als Rassismus… Problematisch wird es allerdings dann, wenn seriöse Feuilletonisten wie H.M.Broder sich den Sarrazynismus zu Eigen machen, nach dem Prinzip „Form 6, Inhalt 1“! Biedermänner als Brandstifter?
Es mag soziale Brennpunkte wie Neukölln geben, wo die Sarrazin“analyse“ vordergründig betrachtet zutreffend erscheinen mag. Wer nach Marzahn oder Hellersdorf geht, wird auch nicht den Durchschnitt deutscher Lebensart kennen lernen können… Die gescheiten Feuilletonisten in den Schreibstuben weitab der Wirklichkeit müssten es aber besser wissen. Von „Integrationsverweigerung“ könne nicht die Rede sein, antwortet die Bundesregierung auf eine Anfrage des Abgeordneten Bosbach (CDU). 77 % aller zur Teilnahme Verpflichteten hätten an Integrationskursen teilgenommen! Bei den Nichtteilnehmern weist die Bundesregierung stichhaltige Gründe auf wie Fortzug ins Ausland, Eintritt in den Arbeitsmarkt, Krankheit oder Schwangerschaft.
Mehrheit trägt kein Kopftuch
Gestützt wird dies durch die Studie „Muslimisches Leben in Deutschland“, die das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in Auftrag gegeben hat. 70% der Musliminnen in Deutschland, so die Studie, trügen kein Kopftuch. Und die Zahl nähme bei der zweiten Generation und den Generationen danach stetig zu!
Nülgün Tasman, Dipl.Psychologin, Schriststellerin, Stuttgart
9000 türkische Unternehmen allein in Berlin/Brandenburg
Dem Sarrazinschen Vorwurf „mangelnder Produktivität“ widersprechen die Zahlen der Handelskammer Berlin-Brandenburg. Rund 9.000 kleine und mittlere Unternehmen seien in der Hand türkischstämmiger Unternehmer. Etwa 29.000 Menschen würden so in Arbeit gebracht. 3,5 Mrd. Euro im Jahr umgesetzt. 80% der muslimischen Migranten bestritten ihren Lebensunterhalt von eigenem Lohn oder selbständiger Tätigkeit, fügt die Studie „Muslimisches Leben in Deutschland“ hinzu. Mehr als zwei Drittel der „Türken“ zeigten ein modernes, individualisiertes Leistungsethos.
Braucht vielleicht auch die deutsche Seele, um sich besser fühlen zu können, Menschen, auf die sie herabblicken kann?! Das, was sich hier teilweise im seriösen Feuilleton abspielt, ist zweifellos vergleichbar dem Minarettentscheid in der Schweiz… Immerhin, bei der Ablehnung der kruden Thesen Sarrazins sind sich die politischen Parteien einig. Bis auf die NPD...
Denn, ich wiederhole mich an dieser Stelle gern.
"Wenn wir es nicht lernen, als Brüder miteinander zu leben, werden wir als Narren miteinander untergehen!"
Martin Luther King
Andreas Kuhnert (SPD)
Foto: Imbissbesitzer Ekrem, Lehnin, mit Lehniner Oberschülern beim Thema "Zuwanderung, Eingliederung"
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Wahlkeis
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Samstag, 27. Februar 2010 |
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Als Zeitzeuge in der Oberschule
Mit Zeitzeugen ins Gespräch kommen 20 Jahre Mauerfall war das Thema einer Unterrichtsstunde in der Jahrgangsstufe 10 an der „Bettina von Arnim“ Oberschule in Lehnin.
Wie bringt man Geschichte und Politik Jugendlichen anschaulich näher, macht ihnen Prozesse in ihrer Wechselwirkung begreifbarer? Man lädt sich Zeitzeugen nein, kommt mit ihnen ins Gespräch, erlebt durch die Erinnerung Geschichte mit. Wir luden uns deshalb am 27.1.2010 Andreas Kuhnert, ehemals Oppositioneller in der DDR, ein.
Herr Kuhnert diskutierte mit den Zehnklässlern über Gründe und Aktionen von Flüchtlingen, die von 1949 bis 1989 das Land verließen. Dazu hatte er auch umfangreiches Anschauungsmaterial mitgebracht.
Interessant für die Schüler war es zu erfahren, wie sich Oppositionsarbeit auch in unserer Region darstellte – wie zum Beispiel die kirchliche Friedensbewegung „Schwerter zu Pflugscharen“ arbeitete. Die Schüler untersuchten die Gründe für die Massenflucht, besonders auch bei Jugendlichen und die Ursachen für den Mauerfall am 9.11.1989. Wir möchten uns für diese interessante Unterrichtsstunde bei Herrn Kuhnert bedanken.
Die Klassenstufe 10 der „Bettina von Arnim“ Oberstufe Lehnin
„Bettina von Arnim“ Oberschule, 11.12.2010
Goethestr. 13 OT Lehnin 14797 Kloster Lehnin
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Landespolitik
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Dienstag, 5. Januar 2010 |
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„Die Blockparteien waren Steigbügelhalter der SED. Die Funktionäre, die in den DDR-Parteien aktiv waren, tragen Mitverantwortung für das damalige Regime.“
So Ulrike Poppe , Diktaturbeauftragte des Landes Brandenburg, am 17.12.2009 in der SUPERillu.
Und Ilko-Sascha Kowalczuk, Historiker und Projektleiter in der Forschungsabteilung der Birthler-Behörde, illustriert in „Endspiel - Die Revolution von 1989 in der DDR“ (C. H. Beck 2009) S. 44 ff., was Frau Poppe damit meint.
„Im Rückblick stellt sich die Kollaborationsquote weitaus höher dar, als sie vielen erschien.“ So Kowalczuk.
Ein halbe Millionen Mitglieder hatten die Blockparteien. CDU 140.000. LDPD 113.000. DBD 115.000. NDPD 110.000. Und alle hätten bis 1989 die Mauer verteidigt.
So zum Beispiel Ulrich Junghanns, von 2007 bis 2008 Vorsitzender der CDU Brandenburgs, noch am 3. Juli 1989 im Bauernecho als damaliger Vorsitzender des Bezirksvorstandes der DBD: „Was die Mauer betrifft, so lassen wir uns nicht deren Schutzfunktion ausreden - ganz einfach, weil wir den Schutz spüren vor all dem, was hinter der Mauer an brauner Pest wuchert.“
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Landespolitik
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Freitag, 18. Dezember 2009 |
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Niemand war dabei...
„Im Rückblick stellt sich die Kollaborationsquote weitaus höher dar, als sie vielen erschien.“ So Ilko-Sascha Kowalczuk, Historiker und Projektleiter in der Forschungsabteilung der Birthler-Behörde in „Endspiel - Die Revolution von 1989 in der DDR“ (C. H. Beck 2009, S.44ff.)
Ein halbe Millionen Mitglieder hatten die Blockparteien. So Kowalczuk. CDU 140.000. LDPD 113.000. DBD 115.000. NDPD 110.000. Und alle hätten bis 1989 die Mauer verteidigt.
Die SED hatte 2,3 Mill. Mitglieder.
Von den 6 bis 16-Jährigen seien 90% Mitglieder bei den Pionieren bzw. in der FDJ gewesen.
Es habe „knapp 100 Verbände und Organisationen, die alle unter dem Kuratel der SED standen“, gegeben. DTSB und FDJ nicht mitgerechnet, „war statistisch jeder erwachsene Einwohner der DDR in drei bis vier Verbänden organisiert“,
rechnet Kowalczuk vor.
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