| "Das Trauerspiel von Afghanistan"* |
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Gedanken zur Verabschiedung von 300 Bundeswehrsoldaten aus Brandenburg Deutschlands Sicherheit werde auch am Hindukusch verteidigt, verkündete der damalige Kriegsminister Struck (SPD) im März 2004 dem Deutschen Bundestag. Wenn man’s sarkastisch nehmen will, könnte man daraus schließen, das „Recht auf Rausch“ würde von der Bundeswehr am Hindukusch verteidigt. Denn als die NATO vor fünf Jahren in Afghanistan einmarschierte, wurden dort 200 t Schlafmohn produziert. Unter dem Schutz der Nato-Soldaten konnte dir Produktion dreißigfach gesteigert werden auf nunmehr 6100 t. Sagt die UNO.Diese Entwicklung steht symbolisch für das Scheitern des Militäreinsatzes am Hindukusch. Denn die „Demokratie“ dort ist nach wie vor äußerst fragil. Die Gewalt nimmt zu. Die seinerzeit vom Westen(!) gegen die Sowjetunion aufgerüsteten Taliban und Warlords gewinnen örtlich schon wieder die Oberhand. Und täglich gibt es Tote.
Opfer, wofür?! 18 Bundeswehrsoldaten ließen dort bereits ihr Leben. Knapp 500 Soldaten starben insgesamt. Die meisten Opfer haben die USA, England und Kanada zu beklagen, die mittlerweile auch den solidarischen Einsatz deutscher Soldaten im umkämpften Süden fordern!Nach Auslandseinsätzen müssen zunehmend deutsche Soldaten psychologisch behandelt werden. Posttraumatische Belastungsstörungen lautet der sperrige Begriff für ihr Leiden. Und der Anteil von Veteranen aus dem Afghanistankrieg steigt. Sagt die Bundeswehr.1,4 Md. € kosten die deutsche Kriegseinsätze im Ausland jährlich. ...und wir schweigen! Und wir schweigen dazu. Keine Proteste. Keine Mahnwachen. Keine Kerzen. Frieden schaffen ohne Waffen! So waren wir mal angetreten! Auf der Welle dieser Friedensbewegung sind die Grünen überhaupt erst in den Bundestag gelangt. Von großen Erwartungen getragen. Jetzt sind insbesondere sie es, die die Kriegseinsätze fordern und mittragen. Es ist, wie es immer ist. Die, die in den Parlamenten die Entsendung der Soldaten beschließen und den Kriegskrediten zustimmen, werden selbst ihren Kopf nicht hinhalten müssen… Entwicklung ist der beste Friedensdienst Afghanistan ist das zweitärmste Land der Welt. Daran haben fünf Jahre Natoeinsatz nichts geändert. Entwicklung aber ist der beste Friedensdienst, hieß es vor 20 Jahren. Erst wenn jeder Afghane eine Verbesserung seiner persönlichen Situation spüre, werde es dort Frieden geben. Sagt der Bundeswehroffizier bei der Verabschiedung in Brandenburg a.d.H. Recht hat er! Solange aber wird es weiter gehen, das Trauerspiel von Afghanistan. Und wir alle schauen zu…
Andreas Kuhnert *Theodor Fontane, 1859 |


