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12. Juni. - Welttag gegen Kinderarbeit

- Über 200 Mill. Kinderarbeiter weltweit -

Wie alt bist du? Neun? Glück gehabt. Und du? Elf? Du kommst mit! Ihr kommt alle mit! Jungen wie Mädchen!

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Kinderarbeit, Normalität im 19.Jarhrhundert

Der Fremdenführer im ehemaligen Silbererzbergwerk in Sankt Andreasburg/Harz macht es geschickt. So war es damals gewesen. Noch im 19.Jahrhundert. Vom zehnten Lebensjahr an mussten die Kinder mit im Bergwerk arbeiten. Von morgens 6 Uhr bis nachmittags 14 Uhr. Danach war noch Schule. Die Hälfte der 50 Pfennige Wochenlohn wurden als Schulgeld einbehalten. So war das damals. Der Kampf gegen Kinderarbeit war ein erstes Anliegen der frühen Sozialdemokratie.

Weltweit immer noch ein Problem

Vergangenheit? Gegenwart! Über 200 Mill. Kinder weltweit müssen Kinderarbeit leisten. Viele von ihnen regelrecht als Kindersklaven. Ein Zehn- bis 14-Stunden-Tag bei niedrigster Entlohnung, ohne Arbeitsschutz und gesundheitliche Fürsorge. Das erinnert an das Kindheitserlebnis des rheinischen Unternehmersohnes Friedrich Engels in der Textilfabrik seines Vaters in Barmen. Kinder wurden an Webstühle gebunden, damit sie nicht fliehen konnten...

kinderarbeitNicht anders die Teppich knüpfenden Kinder in Nordindien. Als der 16jährige Nageshawa endlich befreit wurde, blickte er auf zehn Jahre "Berufserfahrung" mit einem 12-Stunden-Arbeitstag zurück. Als er mit 13 einen Fluchtversuch unternimmt, wird er mit glühenden Eisen gefoltert und an einen Knüpfstuhl festgebunden...

 

 

Produktzertifikate sollen Druck machen

Unabhängige Hilfsorganisationen konnten in den letzten Jahren Zehntausende Kinder befreien. Unterstützt werden sie von Organisationen wie Terre des Hommes oder Kindernothilfe. Die Kindersklaven arbeiten fast ausschließlich für Europäer. Über 90% der Teppiche sind für den Export bestimmt. Und dann staunen wir, wie preiswert Handarbeit doch sein kann...

Keine Teppiche mehr kaufen?

rugmarkNein, besser ist es, auf das Rugmark-Siegel zu achten. Es wird an Hersteller vergeben, die keine Kinder unter 14 Jahren beschäftigen und soziale Mindeststandards einhalten. Für fair produziertes Einfuhrholz gibt es das Zeichen "FSC", für Blumen "Fian" oder das "FlowerLabelProgramm". Und für Grabsteine d"Xertifix". Zwei Drittel der Grabsteine in Deutschland kommen aus Indien. Hinter Stacheldraht arbeiten dort Kinder in den Steinbrüchen. Eine Initiative mit Norbert Blüm an der Spitze will mit "Xertifix" etwas gegen die Kindersklaverei in den Steinbrüchen tun! Die Hilfsorganisationen tragen zur Bekämpfung der Kinderarbeit bei. Man kann sie unterstützen. Infos z.B. unter www.kindernothilfe.de* oder www.terre-des-hommes.de .

 

Andreas Kuhnert

Wenn Sie mehr wissen und helfen wollen:

* http://www.kindernothilfe.de/Rubriken/Themen/Kinderarbeit.html
 

 

Kontakt

Friedenstr. 17
14797 Kloster Lehnin
Tel.: 03382/700611

 

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