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Rückkehr der Soldaten aus Afghanistan

„Gesund und munter"?

Das liest sich wie bei der Rückkehr einer Jugendgruppe aus dem Pfadfinderlager, die den wartenden Eltern übergeben werden soll. „Alle sind gesund und munter"! Lautet die Botschaft der Leitung an die besorgten Eltern. Alle haben das Abenteuer Wildnis mit Bravour bestanden.

Der Tonfall passt nicht zu Kriegseinsätzen! 65 deutsche Soldaten immerhin sind bisher in Zinksärgen zurückgekehrt. Nicht besonders „gesund und munter". Und werden, nach schlechtem amerikanischem Vorbild, fernab der Medien eingeflogen und ausgeladen. Keiner der Politiker, die diese Kriegseinsätze beschlossen haben, steht am Flughafen und setzt sich dieser Anfechtung aus. Trauernd, nachdenklich, den betroffenen Angehörigen als Beistand.

Und keiner der verantwortlichen Politiker wird in die Verlegenheit kommen, Verwandte im Zinksarg abholen zu müssen. Denn, auch das nach schlechtem amerikanischem Vorbild, die 10.000 € für einen Afghanistaneinsatz haben ihre Söhne und Töchter nicht nötig. Es werden auch hier zunehmend die weniger wohlhabenden Schichten der Bevölkerung sein, die für verfehlte Politik ihren Kopf hinhalten müssen...

Nach Auskunft der Bundeswehr kommen tausende Soldaten traumatisiert zurück. Posttraumatisches Belastungssyndrom. Wie man es schon von Vietnamkrieg her kennt. Die meisten der Betroffenen geben sich „gesund und munter". Wer will schon als „Weichei" in Verruf geraten, als „Versager". Wer will schon zugeben, an seinem eigenen Leitbild von soldatischer Männlichkeit und Härte gescheitert zu sein.

Die Betroffenen leiden im Stillen. Die Dunkelziffer sei erheblich, sagen Fachleute. Vorbei die Vision, „das nie mehr eine Mutter ihren Sohn beweint"*.

„Ich mache euern Krieg nicht mit!" Mit diesen Worten verlässt Hans Gastl mit gepacktem Koffer die entsetzten Eltern. Sommer 1914. Mit dieser Szene beginnt der DEFA-Film „Abschied"** von Egon Günter (der dieser Tage 80 Jahre alt wird). Ich mache euern Krieg nicht mit... Wenn es doch mehr Hans Gastls gäbe...

Schüler in Brandenburg haben Geld gesammelt für eine Schule in Afrika, liest man dieser Tage. Für ein Jahr Tornadoeinsatz in Afghanistan (35 Mio. €), vom Bundestag mir großer Mehrheit beschlossen, könnte man 1000 Schulen bauen... Je Kampfflugzeug (ca. 40 Mio. €) noch mal 1000 Schulen...

10.000 Schulen fehlen in Afghanistan, sagt die „Kinderhilfe Afghanistan". 10 Tornados zu viel, scheint mir...

 

Andreas Kuhnert   

 *Johannes R. Becher
** Nach dem Roman „Abschied" von Johannes R. Becher, Drehbuch Günter Kunert

 

Kontakt

Friedenstr. 17
14797 Kloster Lehnin
Tel.: 03382/700611

 

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