| Gustav Just - Eine Chronik des 20. Jahrhunderts |
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- Gustav Just „Deutsch, Jahrgang 1921" -
Im August 1944 beantragt der 23-jährige Leutnant der Reserve, Gustav Just aus Gablonz in Nordböhmen, Heimaturlaub, um seine Verlobte Heide Draexler zu heiraten. An der Ostfront dieser Tage die einzige Chance, Heimaturlaub zu bekommen. Als Just nach drei Wochen an die Front zurückkehrt, waren alle seine Kameraden tot. „Ich hab als einziger überlebt, bin übrig geblieben."
In die Schlagzeilen geriet Just,
als er 1956, nachdem Chrustschow in einer Geheimrede auf dem XX. Parteitag der
KPdSU mit den Verbrechen Stalins abgerechnet hatte, zur Berliner Gruppe um
Walter Janka und Wolfgang Harich
Just „überwintert", von Partei und Staat geächtet, im Märkischen als Übersetzer tschechischer Literatur. Mit der „Wende" trat er wieder ins politische Geschehen ein. Am 26. Oktober 1990 eröffnete er, Mitglied der SPD-Fraktion, als Alterspräsident den neu gewählten Landtag. Gustav Justs Buch kann ich allen nur empfehlen, die über die Geschichte des 20. Jahrhunderts mehr wissen wollen. In Zeiten der Ostalgie wohl gar eine Pflichtlektüre! Gerade auch in märkischen Schulen!
Andreas Kuhnert |

Gustav Just hat die Geschichte
seines Lebens aufgeschrieben. „Deutsch, Jahrgang 1921" (vorwärts buch 2007).
Eine Chronik des 20. Jahrhunderts. Ein Geschichtsbuch im besten Sinne!
Aufgewachsen in einem kommunistisch-katholischen Elternhaus in der
Glasbläserstadt Gablonz (Jablonec). Abitur. Bündische Jugend. Hitler Jugend.
Kriegsfreiwilliger. Zusammenbruch. Vertreibung. Neuanfang in der SBZ. Aufbruch in eine bessere Gesellschaft.
SED-Funktionär. Stellvertretender Chefredakteur der Wochenzeitung Sonntag.
gehörte, die als Konsequenz aus der
Entstalinisierung Reformen in der DDR anstrebte. Vier Jahre Zuchthaus lautet
die Rache des SED-Staates. Exempel werden statuiert. Schauprozesse in Berlin,
Leipzig (Erich Loest), Halle (Dr. Harro Lucht). Bis zu zehn Jahre Haft im
Einzelfall! Verschärfte Haftbedingungen! Justs Frau Heide Draexler-Just
beschreibt das eindrücklich in „Sprecherlaubnis" (vorwärts buch 2005). Hinfort wird es still sein innerhalb der SED.
Keiner wird es mehr wagen, die Unfehlbarkeit der Partei in Frage zu stellen.

