| Jedes vierte Kind in Deutschland arm |
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Kinderarmut Und: SPD verliert an Zustimmung
- Wir wissen es seit Langem -
Mit einem Armutsatlas auf der Titelseite stellt die MAZ die Kinderarmut in Brandenburg anschaulich dar. Neu ist die Erkenntnis nicht, dass diese westliche Gesellschaft kinderfeindlich ist! Bereits der Armutsbericht der Caritas von 1992 (!) analysiert, dass Alleinerziehende und Paare mit Kindern ein besonders hohes Armutsrisiko hätten! 26,3% der Singlehaushalte mit Kindern lebten von Sozialhilfe, las man damals. Zudem verwies der Bericht darauf, dass auf drei Sozialhilfebezieher 1,5 bis 2 weitere Anspruchsberechtigte kämen, die ihren Anspruch aus verschiedenen Gründen nicht einlösten... Auch heute dürfte die Dunkelziffer bei der Armutsentwicklung höher sein, als die Verantwortlichen zuzugeben bereit sind...
Und immer noch gelten bei Arbeitslosengeld II die gleichen, willkürlich festgelegten Tagessätze für Kinder! 2,56 Euro hat ein Kind unter 14 Jahren, das von „Hartz IV" lebt, täglich für Nahrung zur Verfügung. Allein Schulessen kostet je nach Bundesland zwischen 1,30 und 4 Euro!
Wenn das Land dieser Tage in Aussicht gestellt hat, dass den Schulen ab dem nächsten Schuljahr ein Budget für arme Kinder zur Verfügung gestellt werden soll, ist das zwar ein richtiger und höchst wichtiger Schritt! Letztlich aber doch nur der Versuch von Schadensbegrenzung dort, wo grundsätzliche Lösungen längst überfällig sind! Keiner muss sich über stagnierende Geburtenzahlen wundern, wenn die Politik die bereits geborenen Kinder seit Jahrzehnten in die Armutsfalle tappen lässt! Armutsrisiko 26%! Und das in einem Lande mit einem Nettoprivatvermögen der Wohlhabenden von ca. 7,7 Bill. Euro! (Das sind 7.700 Md. Euro!)
Andreas Kuhnert (ehem. Sozialpolitischer Sprecher) |

Nun teilt das Statistische Bundesamt dieser Tage mit, dass die Kosten für den täglichen Bedarf, der auch bei Sozial- und Arbeitslosengeldempfängern anfällt, drastisch gestiegen seien. Mehl verteuerte sich um 34%, Quark um 46%, Milch um 31%. Nudeln kosteten 26% mehr. Die Stromkosten seien um 7% gestiegen, die für Heizöl um 40%. Ausgaben für Bildung seien um 34% gestiegen!
Wenn die SPD sich bundesweit bei den Umfragen mal wieder im Sinkflug befindet, ist das nicht nur eine Reaktion der Menschen auf das Erscheinungsbild auf Bundesebene. Es ist auch die Reaktion des traditionellen SPD-Klientels, das sich von der „Partei der kleinen Leute" mehr und mehr im Stich gelassen sieht. Dass der Protest dann die „Linke" stärkt, ist nur folgerichtig!

