| "Kulturschaffende" in der DDR |
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Manchmal frage ich mich, in welcher DDR haben wir denn alle gelebt?! Gab es da verschiedene Ausgaben oder Varianten? Selbstverständlich hatten die „Kunst- und Kulturschaffenden“ der Indoktrination des Systems zu dienen, waren Handlanger und Repräsentanten desselben! Oder wurden, ohne erkennbare Gegenwehr, als solche verkauft!
Die DDR-Mächtigen setzten wegen der Breitenwirkung von Anfang an auf’s Kino, wenn es um die Erziehung zur „sozialistischen Persönlichkeit“ ging. Der Thälmann-Zweiteiler von Kurt Maetzig, Agitprop der übelsten Sorte, war der erste Pfllichtfilm in der Grundschule. Maetzig hat sich später selbst von diesem Auftragswerk distanziert. Natürlich wandelten alle „Kulturschaffenden“, allen voran die DEFA, in den verordneten Gleisen des „Bitterfelder Weges“. „Sozialistischer Realismus“ als Mittel kommunistischer Indoktrination.
Nur, wo ist das Problem?! Die „Kulturschaffenden“ waren nichts weiter als Teil der 95% Mitläufer in der DDR, die meinten, sich arrangieren zu müssen, um überhaupt eine Entfaltungsmöglichkeit haben zu können. Und seit dem 13.08.1961 war ja schließlich auch der Ausweg-West verbaut. Einige sind dann trotzdem gegangen, von Manfred Krug bis Armin Mueller-Stahl. Warum sie bis 1976 gebraucht haben, um Farbe zu bekennen, wird ihr Geheimnis bleiben. Die DDR war Schrott von Anfang an! Nicht erst seit der Biermann-Ausbürgerung!
Ich habe der DEFA und ihren Mitarbeitern nichts vorzuwerfen. Außer, dass sie waren wie alle anderen DDR-Bürger auch. Wie fast alle…
Andreas Kuhnert |

Eva-Maria Hagen hat das mit ihrem „legendären“ Solidaritätsbesuch bei den mauernden Kampfgruppen beglaubigt… Manfred Krug, Arbeitersohn und samt Familie von West nach Ost gezogen, galt als überzeugter Jungkommunist, der seinen steilen Aufstieg nur dem Arbeiter- und Bauernstaat zu verdanken habe. Im Westen hätte ein Arbeiterkind und Stahlwerker obendrein nie diese Chance bekommen. Las ich in der FRÖSI…
Trotz allem gab es Bücher, Bilder, Filme … mit brauchbaren Botschaften und von erstaunlicher Qualität. Lothar Warneke beispielsweise hat, obwohl überzeugter DDR-Sozialist und SED-Mitglied, wie er mir versicherte, über 15 Jahre mit den DDR-Zensoren ringen müssen, ehe er sein Filmprojekt „Einer trage des anderen Last“ umsetzen konnte. Mein Lieblings-DEFA-Film übrigens! Und wurde immerhin, Herr Schlöndorff, auf der Berlinale 1988 mit zwei Silbernen Bären ausgezeichnet!

