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Biedermann oder Brandstifter
Cem Özdemir erklärt uns die Grüne Politik.
Kaya Yanar trainiert unsere Lachmuskeln.
Nazan Eckes (geb. Üngör) führt uns durch den Boulevard.
Mesut Özil stürmt für die deutsche Fußballnationalmannschaft.
...und Thilo Sarrazin erklärt uns ein ums andere Mal die Welt… Von einem, der protestierten Studenten als „Arschlöcher“ bezeichnet (28. November 2003), wird man auch schwerlich Gescheiteres erwarten können als Rassismus...
Problematisch wird es allerdings dann, wenn das seriöse Feuilleton von FAZ bis Spiegel sich den Sarrazynismus zu eigen macht, nach dem Prinzip „Form 6, Inhalt 1“! Biedermänner als Brandstifter?
Die Bundesregierung: Keine Integrationsverweigerung!
Es mag soziale Brennpunkte wie Neukölln geben, wo die Sarrazin"analyse" vordergründig betrachtet zutreffend erscheinen mag. Wer nach Marzahn oder Hellersdorf geht, wird auch nicht den Durchschnitt deutscher Lebensart kennen lernen können…
Die gescheiten Feuilletonisten in den Schreibstuben weitab der Wirklichkeit müssten es aber besser wissen. Von „Integrationsverweigerung“ könne nicht die Rede sein, antwortet die Bundesregierung auf eine Anfrage des Abgeordneten Bosbach (CDU).
77 % aller zur Teilnahme Verpflichteten nhätten an Integrationskursen teilgenommen! Bei den Nichtteilnehmern weist die Bundesregierung in ihrer Antwort stichhaltige Gründe auf wie Fortzug ins Ausland, Eintritt in den Arbeitsmarkt, Krankheit oder Schwangerschaft.
Die Mehrheit trägt kein Kopftuch
Dies bestätigt auch die Studie „Muslimisches Leben in Deutschland“, die das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in Auftrag gegeben hat. 70% der Musliminnen in Deutschland, so die Studie, trügen kein Kopftuch. Und die Zahl nähme bei der zweiten Generation und den folgenden Generationen stetig zu!
9000 türkische Unternehmen allein in Berlin-Brandenburg
Dem Vorwurf „mangelnder Produktivität“ widersprechen die Zahlen auch der Handelskammer Berlin-Brandenburg. Rund 9.000 kleine und mittlere Unternehmen
sind in der Hand türkischstämmiger Unternehmer. Knapp 30.000 Menschen werden
so in Arbeit gebracht, 3,5 Mrd. Euro im Jahr umgesetzt. 80% der muslimischen
Migranten verdienen ihr Geld selbst, fügt die Studie „Muslimisches Leben in Deutschland“ an.
Mehr als zwei Drittel der „Türken“ zeigten ein modernes, individualisiertes Leistungsethos.
Braucht vielleicht auch die deutsche Seele, um sich besser fühlen zu können, Menschen, auf die sie herabblicken kann?! Das, was sich hier im seriösen Feuilleton abgespielt hat, ist zweifellos vergleichbar dem Minarettentscheid in der Schweiz…
Und das muss einen nachdenklich stimmen!
Ich wiederhole mich an dieser Stelle gern:
„Wenn wir es nicht lernen, als Brüder miteinander zu leben, werden wir als
Narren miteinander untergehen!“ (Martin Luther King)
Andreas Kuhnert (Migrationspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion)
Foto 1: Cem Özdemir
Foto 2: Herr Ekrem, Besitzer und Betreiber des "Döner 61" in Lehnin, beim Unterricht zum Thema Migration in der Oberschule Lehnin.
Buch: Nilgün Tasman "Ich träume deutsch und wache türkisch auf" Eine Kindheit in zwei Welten
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