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DDR im Geschichtsunterricht

DDR im Geschichtsunterricht

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In der diskutierten, vom Bildungsministerium zur Verfügung gestellten Mappe für den Geschichtsunterricht zum Thema DDR wird unter „6 M“ als erster methodischer Baustein eine Zeitzeugenbefragung empfohlen. Da heißt es: „Wer ist ein Zeitzeuge? Ein Zeitzeuge ist eine Person, die ein Ereignis, einen Vorgang oder eine Entwicklung in der Vergangenheit selbst bewusst erlebt hat. Zeitzeugen können von einer Entwicklung Betroffene sein (z. B. Verfolgte des SED-Regimes) oder auch aktiv Beteiligte (z.B. Menschen, die sich in der DDR oppositionell betätigt haben, Mitglieder der FDJ, Mitarbeiter/innen des MfS). Zeitzeugen müssen in der Zeit, über die sie berichten, keine besondere Stellung innegehabt haben.“

 Zeitzeugen gefragt, nicht nur Oppositionelle!

ddr, schlimm 1 klein.jpgWie man schon aus diese Anleitung erkennen kann, sollen keineswegs nur Regimekritiker und Oppositionelle zu Wort kommen, sondern auch aktive Unterstützer der DDR oder einfache Mitläufer. Ich bin fast wöchentlich mit dem Thema in Schulen unterwegs. Es ist jeweils spannend, mit Lehrern und Schülern über die DDR-Geschichte zu sprechen. Und alle Beteiligten würden sich riesig freuen, wenn Verantwortliche von damals oder Mitläufer gleichfalls am Unterricht teilnehmen und ihre Sicht und Erfahrung einbringen würden. Und genau darin liegt die Zwiespältigkeit. In der Presse ist der eine oder andere bereit, im Monolog seine Meinung darzulegen. Den offenen Dialog aber scheuen die meisten…

 Diktatur bleibt Diktatur!

ddr  siegel 2.jpgIch unterrichte bei meinen Schulbesuchen Fakten zur DDR-Geschichte und trete gleichzeitig als Zeitzeuge auf. Dass 3 Mio. Menschen die DDR verlassen haben und deshalb die Mauer gebaut werden musste, an der mindestens 128 Flüchtlinge zu Tode kamen, zwei Drittel davon Jugendliche, ist aktenkundig. Genauso, dass die DDR-Justiz rund 250.000 Jahre politische Haft verhängt hat. Dass Kinder von Oppositionellen, wie etwa von evangelischen Pfarrern, weitgehend vom höheren Bildungsweg ausgeschlossen wurden, kann ich persönlich bezeugen. Und dass die DDR eine Diktatur war, ohne Meinungs-, Presse-, Versammlungs- Reisefreiheit, ohne freie Gerichtsbarkeit und ohne freie Wahlen, wird niemand bestreiten wollen. Eine Diktatur aber ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit allein schon deshalb, weil sie Diktatur ist. Da braucht es noch nicht mal der genannten Fakten.

Gründe für Anpassung oder Mitmachen diskutieren 

ddr, oberschule..jpgDass man sich in einer Diktatur trotzdem in verschiedener Weise verhalten kann und dass das auch erklärt und begründet und zur Diskussion gestellt werden sollte, halte ich allerdings für richtig. In meinen jetzigen Unterrichtsstunden muss ich oftmals eine Doppelrolle spielen. Natürlich kommen wir auch auf die Frage, warum so viele sich damals weggeduckt und sich angepasst haben. Dann versuche ich zusammen mit den Schülern Gründe dafür zu finden, die durchaus nachvollziehbar sind. Hilfreicher allerdings wäre es, liebe Kritiker, wenn Sie sich selber als Gesprächspartner zur Verfügung stellen würden!

Ich lade Sie dazu herzlich ein!

Andreas Kuhnert

 

Kontakt

Friedenstr. 17
14797 Kloster Lehnin
Tel.: 03382/700611

 

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